Patenschaften

„Wenn wir in unserem Land und an der Unterentwicklung in Uganda etwas ändern wollen, geht das nur über Bildung“.
Mit diesen Worten hat Bischof Aquirinus uns bewegt. Seitdem helfen wir Kindern, deren Familien das Schulgeld nicht aufbringen können. Die Vermittlung von Schulpatenschaften wurde ein Schwerpunkt der Arbeit von TOGETHER.

1997 war Allan das erste unserer Patenkinder. Er nutzte seine Chance, war fleißig in der Schule und studierte nach der High School an der Makerere Universität in Kampala Wirtschaftswissenschaften. Nach einem guten Abschluss seines Studiums bekam er sofort eine Stelle bei der Stanbic Banc in Fort Portal. Heute ist Allan selbstständiger Unternehmer: mit seinem Reisebüro „Pearlland Safaris“ (www.pearllandsafaris.com) organisiert er Reisen nach und in Uganda, für Touristen, Firmen und natürlich auch für uns.
Allan
Allan
Es sind vor allem Waisen und Halbwaisen, die unsere Hilfe brauchen. In Uganda versterben viele Menschen in jungem Alter, an Malaria, an Aids, an anderen Infektionskrankheiten.

Viele Kinder können nach dem Tod der Eltern oder eines Elternteils nicht die Sekundarschule besuchen, da niemand das Schulgeld für sie aufbringen kann. In den letzten 15 Jahren konnte der Verein durch Vermittlung von Patenschaften fast 1000 Kindern helfen, die ohne Hilfe keine Chance hätten!

Zurzeit gibt es über 300 Paten, die fast 400 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fördern. Dies ist ein großartiger Erfolg, und hierfür sind wir allen Paten sehr dankbar.
Patenkinder in Buryansungwe im Sommer 2014
Patenkinder in Buryansungwe im Sommer 2014

Was interessiert Paten, was sollten sie wissen?

In unserem Patenschaftsflyer finden Sie die wichtigsten Informationen zu Schulpatenschaften. Antworten auf häufig gestellte Fragen haben wir hier zusammengetragen.

Wie funktioniert das Schulsystem in Uganda?

Es besteht Schulpflicht. Die Grundschule (Primary School) dauert 7 Jahre (P1-P7), Schulgeld wird nicht erhoben. Immer mehr Grundschulen bieten Unterbringung in Internaten an, wodurch vielen Kindern, die weit entfernt wohnen, überhaupt erst der Besuch einer Schule ermöglicht wird. Für solche Primary Boarding Schools muss Schulgeld bezahlt werden.

Daran schließt sich die kostenpflichtige Secondary School an: Klasse S1 bis S4 führen zur Mittleren Reife, die Oberstufe mit den Klassen S5 und S6 zum Abitur.

Je besser die Ergebnisse einer Schule sind und damit ihre Reputation, desto höher ist das Schulgeld. Alle Schulen versuchen, möglichst viele Schüler in ihre Internate aufzunehmen. Schüler, die bei ihren Familien wohnen, haben deutlich schlechtere Erfolgschancen (lange Wege, schlechte Lernbedingungen zu Hause)

Wer wird über TOGETHER gefördert?

Wir fördern Waisen, Halbwaisen und Kinder aus besonders bedürftigen Familien (Krankheit, Armut, Vater und/oder Mutter leben, haben aber das Kind verlassen). Die Auswahl treffen die Verantwortlichen vor Ort und begründen den Antrag auf Förderung. Da die Sekundarschule und besonders die Oberstufe harte Anforderungen an die Schüler stellt, ist ein weiteres Kriterium sehr wichtig: die Kinder müssen willens und in der Lage sein zu lernen. In der P7 gibt es Mitte des Schuljahres die so genannten mock exams. Die Ergebnisse sind entscheidend für die Zulassung zur Secondary School.

Was passiert, wenn ein Kind die hohen Anforderungen nicht erfüllt?

Ein Kind darf einmal eine Klasse wiederholen. Dies muss TOGETHER umgehend mitgeteilt werden, da das Einverständnis der Paten für die zusätzliche Zahlung eingeholt werden muss.

Am Ende der S4 gibt es Abschlussprüfungen. Wer hier kein gutes Ergebnis erreicht, wird in der Oberstufe nicht mehr gefördert. Diesen Kindern helfen wir in Abstimmung mit Sr. Leonard und den Paten, eine Berufsausbildung zu beginnen und abzuschließen.

Wir unterstützen aber auch gezielt Kinder, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind: Julius ist taubstumm, Christine „a slow learner“, Juliet hat AIDS „geerbt“, Skovia hat Kinderlähmung,….

Wofür zahlen die Paten Schulgeld?

Das Schulgeld der Paten soll die Kosten für Schule, Unterkunft und Essen decken.

Für die Klassen S1 bis S4 beträgt das Schulgeld zurzeit noch jährlich 300 €, für die S5 und die S6 jährlich 444 €. Bei fast allen Secondary Schools reichen aber die von den Paten gezahlten Beträge nicht mehr aus. Durch gestiegene und weiter steigende Lebenshaltungskosten in Uganda ist das Schulgeld an allen Schulen deutlich angehoben worden. Die Differenz muss von den Verwandten getragen werden. Wir haben miterlebt, dass Kinder nicht wieder zur Schule kamen, weil sie das Geld nicht aufbringen konnten.

Wir werden im April 2017 der Mitgliederversammlung eine Erhöhung des Schulgeldes vorschlagen. Eine Diskussion zu diesem Thema bei dem GET TOGETHER am 3. Oktober 2016 ergab eine deutliche Mehrheit für eine Erhöhung um 5 € pro Monat.

Für die Klassen S1 bis S4 beträgt das Schulgeld dann jährlich 360 €, für die S5 und die S6 504 €.

An unserer Berufsschule in Kooki fallen für die 2-jährige Ausbildung 360 €/Jahr an.

Was geschieht, wenn mein Patenkind eine Ausbildung machen will?

Eine Berufsausbildung in Uganda verläuft ganz anders als in Deutschland: es gibt keine Ausbildungsbetriebe, sondern „Institutions“, Schulen, die ausbilden. Für diese Ausbildung muss Schulgeld bezahlt werden. Die Dauer der Ausbildungen liegt zwischen 2 und 3,5 Jahren. Unsere Berufsschule in Kooki ist so ein „Vocational Training Institute“, eine qualifizierte Berufsschule. Dort werden junge Menschen in zweijährigen Kursen zu Kaufleuten, Buchhaltern, Elektrikern, Klempnern und Landwirten bzw. Gärtnern ausgebildet. Auf dem Foto sind Teilnehmer des Kurses „Landwirtschaft“ bei der Kohlernte zu sehen. TOGETHER fördert gezielt die berufliche Ausbildung junger Menschen. Sie werden in Uganda genau so dringend gebraucht wie Akademiker und haben gute Chancen, Arbeit zu finden.

Viele junge Menschen, die mit Mittlerer Reife die Schule abschließen, wollen Krankenschwester- bzw. Pfleger werden. Ein sehr guter Abschluss ist dafür erforderlich, und die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Chancen, nach der Ausbildung Arbeit zu finden, sind sehr gut. Phiona und Joseph haben es geschafft und sind dankbar, dass ihre Paten ihnen ermöglicht haben, ihren Traumberuf zu erlernen.

Was passiert, wenn mein Patenkind studieren will?

Die Ergebnisse der Abiturienten liegen erst im März/April des nächsten Jahres vor. Wir informieren die Paten über die Ergebnisse. Die Abiturienten schreiben dann in der Regel Briefe an ihre Sponsoren und bitten um Unterstützung für ein Studium oder eine Ausbildung. Die Studenten bewerben sich gewöhnlich bei mehreren Universitäten.  Sobald sie einen Studienplatz gefunden haben, füllen sie mit Sr. Leonard einen offiziellen Antrag auf Förderung aus, die sog. „Application Form“. Daraus sind Dauer und Kosten ersichtlich, auch der Eigenanteil der Studenten.

Um vom Verein oder der Together-Stiftung weiter gefördert zu werden, muss ein Schulabschluss mit mindestens 10 von 20 möglichen Punkten erreicht werden.

Für die Paten ist es Ermessenssache, ob und in welcher Höhe sie ihr Patenkind weiter unterstützen wollen. Grundsätzlich unterstützt der Verein nur eine Berufsausbildung bis zum Zertifikat bzw ein Studium bis zum Bachelor-Abschluss. Danach sollten die jungen Menschen in der Lage sein, für sich selbst zu sorgen. Häufig wird um Unterstützung für ein weiteres Studium gebeten: ein Diplom, einen Master-Abschluss, eine weiterführende Qualifikation. Falls Paten das finanziell unterstützen wollen, können sie das tun. Wir leiten den Zuschuss dann an das Patenkind weiter. Eine Unterstützung durch den Verein oder die Stiftung gibt es dafür nicht.

Es kommt vor, dass Studenten ihre Sponsoren direkt um Unterstützung bitten. In sehr vielen Fällen melden sich die Sponsoren dann bei uns und wollen wissen, was sie tun sollen.

Mit Sr. Leonard ist vereinbart, dass jeder dieser Sonderwünsche sofort kommuniziert wird, damit wir uns untereinander und mit den Paten abstimmen können.

Was geschieht, wenn ein Sponsor ausfällt?

Es passiert immer wieder, dass Paten die Zahlungen für das Schulgeld/die Ausbildung/das Studium ihrer Patenkinder aus persönlichen Gründen nicht mehr leisten können oder wollen. Wir versuchen dann, neue Paten zu finden; das kann manchmal länger dauern. Damit die jungen Menschen in Uganda in solchen Fällen ihre Ausbildung nicht abbrechen müssen, springt der Verein mit seinem so genannten „Patentopf“ ein – so lange dort Geld vorhanden ist.

TOGETHER bemüht sich, durch besondere Aktionen und Veranstaltungen Geld für den Patentopf zu bekommen: Verkauf von Handarbeiten, Vorträge, Benefizkonzerte usw. Aber das reicht nicht.

Wir freuen uns über jede/jeden, der uns Geld dafür überweist mit dem Verwendungszweck „Patentopf“. Schon jetzt herzlichen Dank, damit helfen Sie uns zu helfen.

Kontakte

Wie kann ich Kontakt zu meinem Patenkind haben?

Die meisten Paten haben Kontakt zu „ihren“ Kindern. Sie erhalten bei Beginn der Patenschaft einen Personalbogen mit Foto und Briefadresse „ihres Kindes“. Die Kinder werden von Sr. Leonard angehalten, ihren Paten zu schreiben. Meistens werden die Briefe von Uganda-Reisenden nach Deutschland gebracht und von hier aus an die Paten versandt.

Die Kinder hoffen natürlich auf Post von ihren Paten.

Deshalb unsere herzliche Bitte: schicken Sie Ihren Patenkindern ab und zu eine kleine Nachricht. Es muss ja kein langer Brief sein; eine hübsche Postkarte mit einem Gruß und vielleicht einem Foto. Schreiben Sie in Deutsch, bevor Sie gar nicht schreiben; vor Ort wird sich sicherlich ein Besucher aus Deutschland finden, der übersetzen kann.

Alle Gruppen, die nach Uganda fahren, nehmen gerne Post mit. Aber Sie können auch direkt an Ihr Patenkind schreiben; Sister Leonard leitet Ihre Post gerne weiter.

Buryansungwe Secondary School
P.O.Box 185, Ibanda - Uganda

Es kann sein, dass Sie lange auf Antwort warten müssen. Bedenken Sie bitte, dass in Uganda das Schreiben von Briefen keine Tradition hat.  Die Eltern der meisten Kinder können weder lesen noch schreiben. Falls ein Brief während der Ferien ankommt, bleibt er in der Schule liegen und wird erst nach den Ferien ausgehändigt.

Es kann auch vorkommen, dass mit Post verschickte Briefe nicht ankommen. Geld sollten Sie aus diesem Grund nur über TOGETHER Ihrem Patenkind zukommen lassen, damit es garantiert auch dort ankommt.

Was ist mit Taschengeld und Geschenken? Brauchen die Kinder Taschengeld?

Falls Sie Ihrem Patenkind Taschengeld oder ein Geldgeschenk zukommen lassen möchten, können Sie das einfach durch Überweisung auf unser Konto tun mit dem Vermerk: „Zuwendung für ...“. Die Schwestern verwalten das Geld und geben es nach Bedarf in Ugandaschilling an die Kinder weiter. Alle für die Schule wichtigen Dinge kann man in inzwischen in Uganda kaufen.

Jedes Kind muss zu Beginn eines Terms nachweisen, dass es die so genannten „requirements“ dabei hat: Matratze und Bettzeug, Seife, Toilettenpapier, Schuluniform, Bücher, Hefte, Stifte und sonstigen Schulbedarf. Außerdem werden für Schul- oder Klassenausflüge kleinere Beträge benötigt. Wenn die Familie nicht in der Lage ist, diese Dinge zu kaufen, ist Taschengeld eine große Hilfe.

Kann ich mein Patenkind besuchen?

Ja, ab 2015 bietet Allan Aturinda, unser erstes Patenkind, über seine Firma „Pearlland Safaris“ Ugandareisen mit deutschsprachiger Reiseleitung an, bei denen Patenkinder besucht werden können (www.pearllandsafaris.com). Ein unvergessliches Erlebnis, Sie werden mit afrikanischer Begeisterung empfangen. Ein Besuch lässt eine besondere Beziehung zu Ihrem Patenkind und seiner Familie entstehen.

Wie funktioniert bei den Patenschaften die Zusammenarbeit zwischen TOGETHER und TORUDES?

In Sister Leonard, die in dem kleinen Konvent im Dorf Buryansungwe lebt, haben wir eine verlässliche Kontaktperson, sie ist bei TORUDES verantwortlich für die Betreuung der Patenschaften.

Sie überprüft mit ihrem Team die Verhältnisse der nach Hilfe fragenden Kinder, führt Gespräche mit den Leitern der Primary Schools und leitet nach Übernahme einer Patenschaft das Schulgeld direkt an die betreffenden Schulen weiter. Daneben kümmert sie sich um die Sorgen der Kinder und ihre schulischen Leistungen. Sie wird unterstützt durch Vianney Mutembezi, der für die Buchhaltung und Verteilung der Patengelder zuständig ist.

Da wir mittlerweile vier Zentren für Patenschaften in Uganda haben, gibt es drei weitere lokale Verantwortliche für Patenschaften:

In Luweero ist Sr. Agnes verantwortlich für ca. 40 Patenschaften

In Kasese ist Sr. Jacinta für inzwischen 30 Kinder nerantwortlich.

In Kooki ist Basirisa Asiimwe verantwortlich für ca. 20 Patenschaften für die Berufsschüler.

Bei TOGETHER sind die Zuständigkeiten so geregelt:

Verantwortliches Vorstandsmitglied für die Patenschaften ist Angelika Zimmermann (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 0561/582329), sie kann zu allen Fragen bezüglich der Patenschaften angesprochen werden und hat intensive Kontakte nach Uganda.

Silvia Bayer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 0561/316 90 316) ist verantwortlich für die Vermittlung von neuen Patenschaften.

Copyright © 2017 Together - Hilfe für Uganda e.V. Alle Rechte vorbehalten.