Berichte

Krankenstation Kasambya 

Bereits auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2013 kamen Fragen auf, wie Together das große Ziel, eine Krankenstation zu bauen, erreichen kann , und wie der Betrieb dieser Station gewährleistet werden soll, wenn sie fertig ist.

Die ersten Informationen dazu konnten wir schon kurz danach im April 2014 sammeln, als Inge Stolzenberg, Dechant Harald Fischer und Heinz Claßen auf einer Reise nach Buryansungwe und Kooki mit Vertretern der staatlichen Gesundheitsbehörde, mit Ärzten und mit der Dachorganisation der katholischen Krankenhäuser in Uganda UCMB (Uganda Catholic Medical Bureau) Kontakt aufnahmen. Damals kristallisierte sich bereits heraus, dass es keinen schnellen Weg zum Ziel' gibt. Ein Krankenhaus ist eben nicht einfach ein Gebäude mit Laborgeräten, es geht vor allem um die Ausstattung mit qualifiziertem Personal, sowohl im medizinischen Bereich wie in der Verwaltung.

 

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Das Together-Team, die lokale Parlamentsabgeordnete Mrs. Mable, Vertreter des Gesundheitsministeriums und der lokalen Gesundheitsbehörde

In Gesprächen mit Father Aquirinus und Father Rogers, die im Sommer beide in Deutschland waren, entstand dann das Konzept eines Stufenplans, was in einem offiziellen Vorstandsbeschluss unseres Partnervereins Torudes dokumentiert wurde. Der Verein wird Zeit brauchen, um die Krankenstation fachgerecht und qualifiziert arbeiten zu lassen.

Im Anschluss beauftragte Torudes einen Bauingenieur damit, die Gebäude auf dem bereits vorhandenen Gelände zu planen, und die Baukosten im Detail zu ermitteln.

Diese Informationen lagen am Ende des Jahres 2013 vor. Was fehlte, waren verlässliche Informationen über die laufenden Kosten des Betriebs der Station und Antworten auf die Frage: wer soll das bezahlen?

Mit diesen Fragen im Gepäck reisten Father Rogers (der noch bis zum August 2014 in Altenberge/Münsterland in der Gemeinde St. Johannes Baptist arbeitet), Heinz Claßen und sein Sohn Julian Stolzenberg Im Januar 2014 wieder nach Uganda.

Eine leistungsfähige Krankenstation ist dringend erforderlich, um die Gesundheitsfürsorge im Unterbezirk Bugangazi East des Bezirks Kibaale, in dem auch unser Schulstandort Kooki liegt, zu verbessern. Der Bezirk ist auch im ugandischen Vergleich unterentwickelt, hier haben sich in den letzten Jahren viele Bauernfamilien aus anderen Regionen niedergelassen, da hier noch freies Ackerland verfügbar war, die Infrastruktur ist aber nicht mitgewachsen.

Eine akzeptable medizinische Versorgung ist lokal nicht verfügbar, die nächsten Stationen liegen mindestens 2 Autostunden entfernt. In diesem Bezirk leben ca 210.000 Menschen, etwa die Hälfte von ihnen ist unter 15 Jahre alt.

Die Krankenstation soll in unmittelbarer Nähe unseres Schulstandorts Kooki entstehen (ca 1 km entfernt), und könnte damit auch viele tausend Schüler versorgen, die an unserer und an vielen anderen Schulen in der Umgebung leben und lernen.

 

1. Konferenz in Kooki:

In einer 2-tägigen Konferenz mit Vertretern des Gesundheitsministeriums, den politischen Vertretern der Region und den von Torudes beauftragten Bauplanern wurde das Projekt im Detail besprochen. Torudes wird Träger des Krankenhauses sein und setzt für den Betrieb sowohl auf eigene Einnahmen wie auf die Hilfe staatlicher Stellen. Diese Form der Kooperation privater Träger mit staatlichen Stellen wird in Uganda als ,private/public partnership' bezeichnet und gefördert. Die Vertreter der staatlichen Seite, ausdrücklich der Gesundheitsminister selbst, haben ihr großes Interesse an dem Projekt in der unterentwickelten Region unterstrichen und schriftlich bestätigt, dass das Gesundheitsministerium die Mittel für die Übernahme der Kosten der Gehälter des medizinischen Personals und für Medikamente zur Verfügung stellen wird. Ein wichtiges Dokument!

 

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Ärzte und Verwaltungsleitung des Aur-Hospitals, Hoima

 

Die lokale Bevölkerung tut alles, damit das Projekt vorankommt! Wer in dieser Region ernsthaft erkrankt, hat heute keine Chance auf wirksame medizinische Hilfe! Die Menschen setzen ihre Hoffnungen auf Together und nach den Anweisungen des Bauingenieurs haben Arbeitstrupps bereits damit begonnen, das geplante Gelände zu planieren und Fundamentgräben auszuheben. Nach dem Sonntags-Gottesdienst trafen sich viele Familien an diesem Platz und wollten wissen, wie und wann es weitergehen kann. Diese Menschen bauen auf unsere Hilfe und sie sind alle bereit, beim Bau der Station mitzuhelfen!

 

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Versammlung der lokalen Bevölkerung auf dem Baugelände (im Hintergrund die Schule Kooki)

 

2. Besuch des Referenzhospital Azur in Hoima:

Als nächste Reisestation stand das Azur-Hospital in Hoima auf dem Plan, nach ugandischen Kriterien ein ,Level 4-Hospital', welches einen guten Ruf genießt. So ähnlich soll unsere Station einmal werden, wenn sie fertig ist!

Der Besuch des Azur Hospitals war für uns von großer Bedeutung, wir wurden dort bestens informiert und beraten. Kurz zusammengefasst:

Azur gehört zur Organisation der protestantisch geführten Krankenstationen UPMB. Man empfiehlt uns, auch Anschluß an die entsprechende katholische Organisation UCMB zu suchen

Das Azur Hospital ist 30 Jahre alt, hat als offene Ambulanz angefangen. Es wurde in mehreren Schritten errichtet und verfügt heute über einen Operationsraum und ein Röntgengerät

Azur hat gerade eine neue offene Ambulanz gebaut und nutzt das alte Gebäude als Empfangs- und Verwaltungsgebäude. Dieser Umfang entspricht unserer geplanten ersten Ausbaustufe, wir haben daher Zugang zu ganz aktuellen Informationen über die Bau- und Ausrüstungskosten.

Azur erwirtschaftet ca 70% der laufenden Kosten selbst, der Rest wird aus Spenden kirchlicher Auslandsorganisationen und durch Zuschüsse vom ugandischen Staat bezahlt.

Täglich werden ca 50 Patienten ambulant und ca 50 stationär betreut. Einen großen Raum nehmen auch Beratungsleistungen ein (Aids-Vorsorge, Familienplanung, Ernährungsfragen)

Gute Ärzte, Krankenschwestern, Verwaltungspersonal sind schwierig zu bekommen und zu halten (aber die Probleme werden auch immer gelöst und der Betrieb läuft)

Wir kennen die laufenden Kosten dieses Hospitals genau über den Betriebs-Abrechnungsbogen, in dem jedes Detail aufgeführt ist.

Diese und viele andere Informationen wurden uns bereitwillig zur Verfügung gestellt. Das Team des Azur-Hospitals wird uns weiter beratend unterstützen können und wir wurden sehr ermutigt, trotz aller Schwierigkeiten auf unserem Weg weiterzugehen. Die Sache ist es wert!

Auf dieser Reise haben wir damit Klarheit über den weiteren Weg gewonnen. Der Bau kann nur stufenweise erfolgen. Es soll mit einer Ambulanz- und Beratungsstation (OPD) begonnen werden. Dabei kann man den Erfahrungen des Azur-Hospitals beim Bau und beim Betrieb einer solchen Station verwerten. Die Baukosten für eine solche Ambulanz werden mit ca € 50.000,- budgetiert., dazu kommen Kosten für den Bau eines Wohnheims für Angestellte, und für die Elektrizitäts- und Wasserversorgung, und für die medizinischen Ausrüstungen. Ein realistisches Budget für den gesamten Umfang ist € 160.000. Parallel zum Bau der Ambulanzstation muß geeignetes Personal für den Betrieb dieser Station aufgebaut und ausgebildet werden. Erst dann kann man Ergänzungen wie eine Entbindungsstation vornehmen.

 

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Eindrücke aus dem Azur-Hospital/Hoima

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